Linienverkehr
Aus der Geschichte des ÖPNV im Landkreis Döbeln
Die jüngste Geschichte des Nahverkehrs in unserem Gebiet beginnt 1847 mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Chemnitz- Döbeln- Riesa sowie der Strecke Leipzig- Döbeln- Dresden im Jahre 1868. Der entstandene Eisenbahnknotenpunkt Döbeln erforderte den Bau des neuen Hauptbahnhofes, welcher 1870 errichtet wurde.
Da dieser Bahnhof außerhalb des Stadtzentrums lag, gründeten fünf Döbelner Bürger 1891 die Döbelner Straßenbahn AG. Durch diese Gesellschaft wurde 1892 eine Pferdebahn errichtet. Döbeln zählte zu den 64 Städten in Deutschland, die über ein derartiges Nahverkehrsmittel verfügten.

Pferdebahn (14 Sitzpläze, 16 Stehplätze, 1-2 PS)
Der Pferdebahnbetrieb wurde bis 1926 aufrechterhalten. Mit dem Aufkommen der ersten Omnibusse erfolgte auch ein Verkehrsträgerwechsel bei der Döbelner Straßenbahn AG. Im Jahr 1926 wurden die ersten Busse angeschafft und im ehemaligen Depot der Döbelner Pferdebahn an der Jacobikirche eingestellt.

Döbeln, Depot Jacobikirche 1926
Ebenfalls 1926 begann mit der Eröffnung der Linie Mittweida- Waldheim- Hartha- Leisnig durch die sächsische Kraftwagenverwaltung der öffentliche Nahverkehr im Raum Waldheim. Die im Jahre 1929 eingerichtete Betriebsstelle in Waldheim bildete 1953 die Basis für den Kraftverkehr Waldheim. Dieser Betrieb entstand im Zusammenhang mit der Verwaltungsreform und der Auflösung der Länderstruktur in der DDR. Die Döbelner Straßenbahn AG überdauerte die Kriegs- und Nachkriegszeit als selbstständige Firma und ging erst im Jahr 1957 im Kraftverkehr Waldheim auf.

IKARUS 55 (32 Sitzplätze, 145 PS, max. Geschw. = 98 km/h)
Wurden im Gründungsjahr des Kraftverkehrs 1953 mit 8 Fahrzeugen ca. 1,3 Mio. Fahrgäste befördert, so stieg in den siebziger Jahren die Beförderungsleistung auf ca. 15 Mio. Fahrgäste pro Jahr. Dazu waren 150 Busse, vor allem vom Typ Ikarus, im Einsatz.

IKARUS 250 (48 Sitzpläze, 192 PS, max. Geschw. = 106 km/h)
Das Bedienungsgebiet des Kraftverkehr Waldheim umfasste die Kreise Döbeln, Oschatz und Torgau. Den Schwerpunkt im Nahverkehr bildete der Berufsverkehr, da der Ausstattungsgrad der Bevölkerung mit PKW niedrig war.

IKARUS 280 (35 - 62 Sitzplätze, 112 Stehplätze, 192 PS, max. Geschw. = 66 km/h)
Als Folge ausbleibender Investitionen und fehlender Ersatzteile hatten die Beschäftigten oft schwierige Situationen, vor allem in den Wintermonaten, zu bewältigen. Mit der politischen Wende und der sich daran anschließenden Privatisierung der Wirtschaft endetet auch die Ära des Kraftverkehr Waldheim. Den Betrieb des öffentlichen Nahverkehrs übertrug die Treuhandanstalt auf den Landkreis Döbeln.
Die Entstehung der Verkehrsgesellschaft Döbeln mbH (VGD)
Am 06. Juli 1992 wurde die Verkehrsgesellschaft Döbeln mbH gegründet. Im Unternehmen wurde Schritt für Schritt der Fuhrpark mit neuen modernen Fahrzeugen für den Linien - und Reiseverkehr ausgestattet.

MB 407 (49 Sitzplätze, 50 Stehplätze, 250 PS)
Gleich nach der Gründung der VGD entwickelten Aufsichtsrat und Geschäftsleitung den Plan, die im Landkreis vorhandenen Betriebsstandorte in Döbeln, Waldheim und Leisnig durch einen modernen Busbetriebshof zu ersetzen.
Mit dem Bau, und der Inbetriebnahme am 24. Oktober 1996, des neuen Betriebshofes der Verkehrsgesellschaft Döbeln mbH in Ebersbach, wurde eine gute Grundlage geschaffen den öffentlichen Nah- und den Schülerverkehr langfristig zu sichern.
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